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Der Bergische Ultra 2016

Samstag, 29 Oktober, 2016 - 19:30

Unsere Katja ist bekannt für ihre extreme Abenteuerlust

und so war nach ihrem Spendenlauf der Bergische Ultra genau die richtige Herausforderung.

"Ich muss verrückt sein, dachte ich, als ich zwischen lauter (genauso spleenigen) LäuferInnen bepackt mit 7kg-Rucksack inkl. Biwaksack und Schlafsack, Navi und Co. stand.

Und tatsächlich – ein bisschen verrückt muss man wohl sein, um „so etwas“ freiwillig zu tun.

126km mit 3.700 Höhenmeter – das war die Strecke, die der Bergische Ultra bis zu seiner Mittelsdistanz umfasst. Die Volldistanz wären 245km gewesen… Das ganze autark als Selbstversorgerlauf – also ohne Versorgungsstationen und quer durch die Pampa…

Wir hatten erst noch Glück mit dem Wetter – tagsüber blieb es trocken und ging relativ locker und entspannt voran. Nur die Höhenmeter hatten es in sich… Fies wurde es aber erst nachmittags und vor allem in der Nacht: 1 Grad Kälte, dazu 16 Stunden Dauerregen. Und das bei meiner noch reichlich verbesserungswürdigen Ausrüstung…

Dementsprechend hart wurde es: Ab ca. km 60 Blasen an den Füßen von der Nässe, und auch durch die Jacke zog der Regen relativ schnell durch… Zähne klappern… Wasserfeste Socken hatte ich im Rucksack – aber vor lauter Sorge, meine 3 Mitläufer mit einer Laufpause zu nerven, habe ich sie nicht angezogen :-P.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Nacht war wirklich knochenhart – die letzten 40km lang hab ich mich gefragt, ob ich es schaffe. Noch nie vorher bei einem Lauf stand das für mich so auf der Kippe. Die Muskulatur arbeitet einfach anders bei kalter Nässe, ist viel empfindlicher und stärker beansprucht.

Dafür gabs aber einige tolle bis erstaunliche Erfahrungen. Die Gemeinschaft – unglaublich nett, zu dritt hatten wir uns zusammengefunden und sind es bis zum Ende geblieben – obwohl 2 von uns durchaus schneller gekonnt hätten. Dazu: Das Dunkel der Nacht ist gar nicht so schlimm wie ich bisher fand – ist voller schöner Momente. Dachs, Reh und Co. haben gegrüßt – und im Licht der Stirnlampen sieht eine Schafherde mit glühenden Augen wirklich witzig aus. Und als letztes: Der Körper ist ein faszinierendes Wesen. Nicht nur, was er leisten kann – spannend ist, dass er sogar weiter läuft, wenn man für ein paar Sekunden wegnickt. :-P. Was natürlich nicht Sinn der Sache ist, aber wohl jedem mal droht…

Nach 22:10 Stunden kamen wir schließlich zu dritt an – erstaunlicherweise immer noch als erste an der Mittelstation, denn die anderen hatten in der Schlechtwetterfront eine Pause im Biwak eingelegt. Weitergelaufen ist am Ende nur einer: Er hat die Komplettdistanz nach knapp 57 Stunden bewältigt – unglaublich bei dieser Witterung.

Mein Fazit: Ja, es war Quälerei. Aber das reinste Abenteuer. Mich hat es gepackt – es sind geschenkte Stunden, in denen nichts, aber auch rein gar nichts vom Alltag mehr zählt. Nur noch laufen, Weg finden, Wasser, Energienachschub und andere Läufer. An der Ultraszene liebe ich, dass Zeit keine Rolle spielt – es geht nicht um Konkurrenz, sondern um reines unterstützendes Miteinander, und bei den Distanzen verlieren Zeiten an Relevanz.

Kurzum: Meine Leidenschaft ist geweckt – und das nächste Ziel gesteckt.... Ultra ist einfach nicht nur Sport, sondern auch Lebensgefühl – so empfinde ich es."